LEGO® SERIOUS PLAY® Facilitator werden: Was du wirklich können musst
Viele Menschen verbinden LEGO® SERIOUS PLAY® zunächst mit den bunten Steinen.
Andere denken an kreative Workshops oder neue Methoden für Teamentwicklung.
Beides gehört dazu. Beides greift aber zu kurz.
Denn als LEGO® SERIOUS PLAY® Facilitator besteht deine eigentliche Aufgabe nicht darin, gute Bauaufgaben auszuwählen. Deine Aufgabe ist es, einen Prozess zu gestalten, in dem aus unterschiedlichen Perspektiven ein gemeinsames Verständnis entsteht und daraus tragfähige Entscheidungen abgeleitet werden können.
Genau das unterscheidet eine gut moderierte Session von einem Workshop, der zwar Spaß gemacht hat, aber keine nachhaltige Wirkung entfaltet.
In diesem Artikel erfährst du, welche Kompetenzen du dafür wirklich brauchst, woran du eine gute Ausbildung erkennst und welche typischen Fehler sich gerade am Anfang vermeiden lassen.
Was macht ein LEGO® SERIOUS PLAY® Facilitator eigentlich?
Ein LEGO® SERIOUS PLAY® Facilitator moderiert nicht einfach einen Workshop. Er gestaltet einen Prozess, in dem Menschen komplexe Fragestellungen gemeinsam bearbeiten können.
Dafür stellt er die passenden Fragen, sorgt für einen klaren Ablauf und schafft einen Rahmen, in dem alle Beteiligten ihre Perspektive gleichwertig einbringen können.
Das Ziel ist dabei nicht, möglichst viele Modelle zu bauen. Ziel ist ein gemeinsames Verständnis, auf dessen Grundlage Entscheidungen getroffen und nächste Schritte entwickelt werden können.
Die LEGO® Steine sind dabei ein Werkzeug. Die eigentliche Arbeit liegt in der Facilitation.
Welche Kompetenzen du als LEGO® SERIOUS PLAY® Facilitator wirklich brauchst
Viele verbinden LEGO® SERIOUS PLAY® zunächst mit den Steinen, den Bauaufgaben oder kreativen Workshopformaten. Aus meiner Sicht entscheidet sich die Qualität einer Session aber an ganz anderen Stellen.
Nicht am Material. Nicht an der Anzahl der Modelle. Und auch nicht daran, wie außergewöhnlich eine Bauaufgabe wirkt.
Entscheidend ist, ob du den Prozess so gestaltest, dass aus unterschiedlichen Perspektiven ein gemeinsames Verständnis entsteht und daraus konkrete Entscheidungen abgeleitet werden können. Genau dafür braucht es einige Fähigkeiten, die weit über die Methode selbst hinausgehen.
1. Gute Workshops beginnen lange vor dem ersten Stein
Viele Workshops scheitern nicht an der Moderation. Sie scheitern schon in der Vorbereitung.
Ein Auftrag wie „Wir möchten die Zusammenarbeit verbessern.“ klingt zunächst sinnvoll. Für die Entwicklung eines Workshops ist er jedoch noch viel zu allgemein.
Ein guter Facilitator fragt deshalb weiter.
- Was soll nach dem Workshop anders sein als vorher?
- Welche Entscheidung soll möglich werden?
- Welche Frage soll das Team am Ende beantworten können?
- Welche Klarheit fehlt heute noch?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich ein Workshop entwickeln, der mehr erreicht als einen spannenden Tag mit LEGO® Steinen.
Die Qualität einer LEGO® SERIOUS PLAY® Session beginnt deshalb nicht mit dem ersten Modell, sondern mit einer guten Auftragsklärung.
2. Gute Fragen schaffen gute Modelle
Ist das Ziel klar, folgt der nächste entscheidende Schritt: die richtigen Fragen.
Dabei geht es nicht darum, möglichst kreative oder besonders originelle Bauaufgaben zu entwickeln. Eine gute LEGO® SERIOUS PLAY® Frage schafft etwas viel Wichtigeres. Sie eröffnet einen Denkraum. Sie ist offen genug, damit unterschiedliche Perspektiven entstehen können. Gleichzeitig gibt sie so viel Orientierung, dass daraus tatsächlich ein Modell gebaut werden kann.
Mindestens genauso wichtig ist aber auch die Reihenfolge der Fragen. Nicht jede Fragestellung gehört an den Anfang eines Workshops. Manche Fragen helfen zunächst dabei, individuelle Sichtweisen sichtbar zu machen. Andere bauen darauf auf und führen die Gruppe Schritt für Schritt zu einem gemeinsamen Verständnis.
Gerade diese Fragelogik macht am Ende oft den Unterschied zwischen einem interessanten Workshop und einem Workshop, der nachhaltige Ergebnisse erzeugt.
3. Facilitation bedeutet mehr als Moderation
Viele verstehen unter Moderation, dass jede Person einmal zu Wort kommt. Das ist wichtig. Für LEGO® SERIOUS PLAY® reicht es jedoch nicht aus.
Ein Facilitator gestaltet den Prozess so, dass alle Beteiligten gleichwertig zur gemeinsamen Entscheidungsgrundlage beitragen können. Dadurch verlieren Hierarchien, Redegewandtheit oder dominante Persönlichkeiten deutlich an Einfluss.
Nicht weil sie unterdrückt werden. Sondern weil jede Perspektive zunächst ihren eigenen Raum bekommt.
Gerade in Führungsteams oder bereichsübergreifenden Projekten entsteht dadurch häufig eine Gesprächsqualität, die in klassischen Meetings nur schwer zu erreichen ist.
4. Gute Workshops enden nicht mit einem Aha-Moment
Ein Satz, den ich nach Workshops immer wieder höre, lautet: "Das war richtig kreativ und mal was anderes." Das freut mich natürlich. Für mich ist das allerdings nicht das eigentliche Ziel.
Ein guter LEGO® SERIOUS PLAY® Workshop endet nicht mit einem Aha-Moment. Er endet mit Klarheit darüber, wie es weitergeht.
- Welche Entscheidungen wurden getroffen?
- Welche Prioritäten ergeben sich daraus?
- Wer übernimmt welche Verantwortung?
- Welche nächsten Schritte folgen?
Die Modelle liefern dafür die Grundlage. Die eigentliche Aufgabe des Facilitators besteht darin, diese Erkenntnisse gemeinsam mit der Gruppe in konkrete Handlungen zu übersetzen. Denn genau daran entscheidet sich letztlich, ob ein Workshop langfristig Wirkung entfaltet.
Was alle vier Kompetenzen gemeinsam haben
Vielleicht ist dir aufgefallen, dass LEGO® Steine in diesem Abschnitt kaum eine Rolle gespielt haben. Das ist kein Zufall. Die Methode liefert den Rahmen.
Die eigentliche Qualität entsteht durch die Person, die diesen Rahmen gestaltet. Deshalb entwickelt sich ein guter LEGO® SERIOUS PLAY® Facilitator nicht dadurch, dass er immer neue Bauaufgaben kennt.
Er entwickelt sich dadurch, dass er lernt, bessere Fragen zu stellen, Gruppen sicher durch komplexe Prozesse zu begleiten und Ergebnisse so zu sichern, dass sie im Arbeitsalltag tatsächlich weiterhelfen.

Ausbildung, Zertifizierung und Facilitation: Warum es so viele Begriffe gibt
Wer sich zum ersten Mal mit einer LEGO® SERIOUS PLAY® Ausbildung beschäftigt, stolpert schnell über unterschiedliche Bezeichnungen.
Mal ist von Facilitator:innen die Rede, mal von Moderator:innen. Manche Ausbildungen werben mit einer Zertifizierung, andere mit offiziellen Titeln oder englischen Begriffen wie Facilitator with the Method and Material of LEGO® SERIOUS PLAY®.
Kein Wunder, dass dabei schnell die Frage entsteht: Was davon ist eigentlich wichtig?
Aus meiner Sicht hilft es, die Begriffe auseinanderzuhalten.
Ein Facilitator ist zunächst eine Rolle
Der Begriff Facilitator beschreibt zunächst keine Ausbildung und auch keinen Titel. Er beschreibt eine Aufgabe.
Als Facilitator aka Moderator:in gestaltest du den Prozess. Du sorgst dafür, dass eine Gruppe strukturiert arbeitet, unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und am Ende tragfähige Ergebnisse entstehen.
Ob du diese Rolle gut ausfüllst, entscheidet sich deshalb nicht am Zertifikat an deiner Wand, sondern daran, wie sicher du Gruppen durch komplexe Fragestellungen begleiten kannst.
Eine Ausbildung vermittelt mehr als die Methode
Natürlich gehört das methodische Handwerkszeug zu jeder LEGO® SERIOUS PLAY® Ausbildung dazu. Du lernst den Aufbau einer Session kennen, beschäftigst dich mit Fragetechniken, Modellformen und dem Workshopdesign.
Der eigentliche Mehrwert entsteht aus meiner Sicht aber an einer anderen Stelle. Eine gute Ausbildung vermittelt dir Sicherheit. Nicht nur im Umgang mit der Methode, sondern auch mit den Situationen, die in echten Workshops entstehen.
Denn spätestens dann zeigt sich, dass Facilitation weit mehr bedeutet als den nächsten Arbeitsschritt anzusagen.
Woran erkennst du eine gute Ausbildung?
Jede Ausbildung setzt eigene Schwerpunkte. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Aus meiner Sicht solltest du dir unter anderem folgende Fragen stellen:
- Wirst du selbst mehrere Workshops moderieren?
- Erhältst du konkretes und individuelles Feedback?
- Lernst du, Workshops eigenständig zu konzipieren und nicht nur durchzuführen?
- Beschäftigst du dich mit Auftragsklärung, Fragelogik und Prozessdesign?
- Übst du den Transfer der Ergebnisse in den Arbeitsalltag?
- Hast du die Möglichkeit, Fragen auch nach der Ausbildung zu klären?
Wenn diese Punkte Bestandteil der Ausbildung sind, ist das meist ein gutes Zeichen.
Brauche ich eine Zertifizierung?
Diese Frage höre ich immer wieder. Meine Antwort lautet: Eine Zertifizierung kann sinnvoll sein. Sie ersetzt jedoch keine Moderationskompetenz.
Umgekehrt gilt aber genauso: Auch die beste Facilitation profitiert von einer fundierten Ausbildung.
Deshalb würde ich nicht zuerst auf den Titel schauen, sondern auf die Frage: Traue ich mir nach dieser Ausbildung zu, einen Workshop eigenständig zu konzipieren, sicher zu moderieren und die Ergebnisse so zu sichern, dass sie im Unternehmen weiterhelfen?
Wenn du diese Frage mit einem guten Gefühl beantworten kannst, hast du wahrscheinlich die richtige Ausbildung gefunden.
Online oder in Präsenz?
Auch diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Beide Formate können hervorragend funktionieren. Entscheidend ist weniger das Format als die Qualität des Lernprozesses.

Präsenz
Eine Ausbildung vor Ort bietet den Vorteil, dass du Gruppendynamiken unmittelbar erlebst. Du nimmst Stimmungen im Raum wahr, kannst Interventionen direkt ausprobieren und erhältst unmittelbares Feedback.
Gerade für Menschen mit wenig Moderationserfahrung kann das den Einstieg erleichtern.

Online
Online-Ausbildungen stellen andere Anforderungen.
Das Prozessdesign muss klar sein. Materiallogistik, Kameraführung und Beteiligung müssen bewusst geplant werden. Sind diese Rahmenbedingungen gut gestaltet, lassen sich LEGO® SERIOUS PLAY® Workshops genauso professionell online moderieren wie in Präsenz.
Ich arbeite selbst regelmäßig in beiden Formaten und erlebe immer wieder, dass nicht das Medium über den Erfolg entscheidet, sondern die Qualität der Facilitation.
Mein Rat
Ob online oder in Präsenz. Ob eintägig oder mehrtägig. Ob mit oder ohne Zertifizierung.
Am Ende zählt vor allem eine Frage: Hilft dir die Ausbildung dabei, Workshops zu gestalten, die Menschen weiterbringen und Organisationen dabei unterstützen, bessere Entscheidungen zu treffen?
Wenn ja, dann hast du wahrscheinlich nicht nur eine Methode gelernt. Sondern eine neue Art, Teams durch komplexe Fragestellungen zu begleiten.
Typische Anfängerfehler und wie du sie vermeidest
Wer zum ersten Mal einen LEGO® SERIOUS PLAY® Workshop moderiert, beschäftigt sich häufig mit den falschen Fragen.
- Welche Bauaufgabe eignet sich?
- Welche Steine brauche ich?
- Wie lange sollte das Skills Building dauern?
All das ist wichtig. Aus meiner Erfahrung entscheiden sich gelungene Workshops aber meist an ganz anderen Stellen.
1. Zu schnell mit dem Bauen beginnen
Die Steine liegen auf dem Tisch. Die Gruppe ist motiviert. Also geht es los.
Genau hier liegt einer der häufigsten Fehler. Wenn die Zielsetzung noch nicht klar ist, entstehen zwar Modelle. Häufig fehlt ihnen jedoch eine gemeinsame Richtung.
Ein guter Workshop beginnt deshalb nicht mit dem Bauen, sondern mit einer sauberen Auftragsklärung.
2. Fragen stellen, die zu allgemein sind
Fragen wie: "Was bedeutet Zusammenarbeit für dich?" können funktionieren.
Oft bleiben sie jedoch so offen, dass sehr unterschiedliche Modelle entstehen, ohne dass daraus eine gemeinsame Erkenntnis entsteht.
Eine gute LEGO® SERIOUS PLAY® Frage schafft einen klaren Denkraum. Sie gibt Orientierung, ohne die Antwort vorwegzunehmen.
3. Beteiligung dem Zufall überlassen
LEGO® SERIOUS PLAY® lebt davon, dass alle Perspektiven sichtbar werden. Das passiert allerdings nicht automatisch.
Auch in einem LEGO® SERIOUS PLAY® Workshop gibt es Menschen, die viel reden, und andere, die sich eher zurückhalten.
Die Aufgabe des Facilitators besteht darin, den Prozess so zu gestalten, dass alle Stimmen gleichwertig in das gemeinsame Ergebnis einfließen können.
4. Den Workshop mit dem letzten Modell beenden
Ein Workshop endet nicht, wenn das letzte Modell erklärt wurde. Er endet, wenn klar ist, wie die Erkenntnisse in den Arbeitsalltag übertragen werden.
- Welche Entscheidungen wurden getroffen?
- Welche nächsten Schritte ergeben sich daraus?
- Wer übernimmt welche Verantwortung?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, wird aus einem guten Workshop ein wirksamer Workshop.
Mein wichtigster Rat
Wenn du LEGO® SERIOUS PLAY® professionell einsetzen möchtest, konzentriere dich nicht zuerst auf möglichst viele Methoden oder Bauaufgaben.
- Lerne, gute Fragen zu stellen.
- Lerne, Gruppen sicher durch komplexe Themen zu begleiten.
- Und lerne, aus unterschiedlichen Perspektiven ein gemeinsames Verständnis entstehen zu lassen.
Die Methode liefert dafür einen außergewöhnlich guten Rahmen. Die eigentliche Wirkung entsteht jedoch durch die Person, die diesen Rahmen gestaltet.
FAQ: Häufige Fragen wie du ein LEGO® SERIOUS PLAY® Faciliatator wirst
Formale Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Ausbildungsanbieter.
Moderationserfahrung kann hilfreich sein, ist aber keine Voraussetzung. Wichtiger ist die Bereitschaft, Prozessführung zu lernen, Feedback anzunehmen und die eigene Facilitation kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Ja. Online funktioniert sogar sehr gut, wenn die Ausbildung praxisnah aufgebaut ist und du selbst moderierst, Feedback erhältst und echte Workshopsequenzen durchführst.
Die Dauer allein sagt wenig über die Qualität aus. Entscheidend ist, wie viel Gelegenheit du hast, selbst zu moderieren, Feedback zu erhalten und den Transfer in die Praxis zu üben.
Es gibt Angebote die von wenigen Stunden bis hinzu mehreren Tage sind.
Eine Zertifizierung kann Orientierung geben. Sie ersetzt jedoch nicht die Fähigkeit, Gruppen sicher durch komplexe Fragestellungen zu begleiten. Wenn du LEGO® SERIOUS PLAY® professionell einsetzten möchtest, würde ich dir eine Zertifizierung immer empfehlen.
Eine gute Ausbildung vermittelt nicht nur die Methode.
Sie gibt dir Sicherheit im Workshopdesign, in der Fragetechnik, der Prozessführung und der Ergebnissicherung. Außerdem bietet sie ausreichend Gelegenheit, selbst zu moderieren und aus konkretem Feedback zu lernen.
Mein Fazit
LEGO® SERIOUS PLAY® zu moderieren bedeutet weit mehr, als Menschen zum Bauen einzuladen. Es bedeutet, einen Prozess zu gestalten, in dem unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden, gemeinsames Verständnis entsteht und tragfähige Entscheidungen möglich werden.
Genau deshalb beginnt die Entwicklung zum LEGO® SERIOUS PLAY® Facilitator nicht mit den Steinen. Sie beginnt mit der Bereitschaft, Gruppen sicher zu begleiten, gute Fragen zu stellen und die eigene Facilitation immer weiterzuentwickeln.
Wenn du die Methode zunächst selbst erleben möchtest, kann ein Workshop ein guter Einstieg sein.
Wenn du LEGO® SERIOUS PLAY® professionell in Unternehmen einsetzen möchtest, findest du in meiner Ausbildung inklusive Zertifizierung zur Moderatorin oder zum Moderator mit der Methode und dem Material von LEGO® SERIOUS PLAY® den passenden nächsten Schritt.
Du lernst dort nicht nur die Methode kennen, sondern entwickelst Schritt für Schritt die Sicherheit, eigene Sessions zu konzipieren, zu moderieren und die Ergebnisse wirksam in den Arbeitsalltag zu übertragen.

Impulscall für tragfähige nächste Schritte.
