Wie lange dauert eine LEGO® SERIOUS PLAY® Session?
Eine der häufigsten Fragen, die mir Führungskräfte, HR-Verantwortliche und Facilitator stellen, bevor sie LEGO® SERIOUS PLAY® zum ersten Mal einsetzen: Wie viel Zeit brauchen wir eigentlich dafür?
Die ehrliche Antwort: Das kommt darauf an. Aber nicht auf beliebige Faktoren, sondern auf ganz konkrete. Auf die Tiefe des Themas, die Erfahrung der Gruppe mit der Methode und das Ziel, das du mit dem Format erreichen möchtest.
Was ich in meiner Arbeit mit Teams und Unternehmen immer wieder erlebe: Die Zeitplanung entscheidet mit darüber, ob ein LEGO® SERIOUS PLAY® Workshop wirklich wirkt.
Zu wenig Zeit erzeugt Druck. Zu viel ungeplante Zeit lässt Energie verpuffen. Beides ist vermeidbar, wenn du weißt, welches Format zu deinem Anliegen passt.
In diesem Artikel findest du eine klare Übersicht aller gängigen Formate, mit realistischen Zeitangaben und konkreten Einsatzbeispielen.
Was die Dauer einer LEGO® SERIOUS PLAY® Session beeinflusst
LEGO® SERIOUS PLAY® ist eine strukturierte Workshopmethode, bei der Teilnehmende Modelle bauen, um komplexe Themen sichtbar, besprechbar und entscheidbar zu machen. Die Methode folgt einem klaren Prozess: Frage stellen, bauen, teilen, reflektieren.
Genau dieser Prozess braucht Zeit. Nicht weil die Methode langsam ist, sondern weil Tiefe Zeit braucht.
Drei Faktoren bestimmen, wie lange eine Session dauern sollte:
- Die Komplexität des Themas ist der erste. Ein einfacher Einstieg in ein bekanntes Thema funktioniert in 10 Minuten. Eine Strategieentwicklung mit mehreren Perspektiven braucht Tage.
- Der Erfahrungsstand der Gruppe ist der zweite. Wer LEGO® SERIOUS PLAY® noch nicht kennt, braucht Zeit für das Skillsbuilding, also die Eingewöhnung in das Denken mit den Händen. Das ist kein Umweg, sondern ein notwendiger Teil des Prozesses.
- Die Art der Modelle ist der dritte. Individualmodelle entstehen schnell. Shared Models, bei denen ein Team gemeinsam baut und verhandelt, brauchen mehr Zeit. Systemmodelle, die komplexe Zusammenhänge sichtbar machen, brauchen am meisten.

Blitzrunde: 5 bis 10 Minuten
Die Blitzrunde ist kein vollständiges LEGO® SERIOUS PLAY® Format, sondern ein gezielter Impuls. Sie funktioniert nur dann gut, wenn die Teilnehmenden die Methode bereits kennen und das Skillsbuilding nicht mehr brauchen.
In 5 bis 10 Minuten lässt du ein kleines Modell zu einer konkreten Frage bauen und kurz teilen. Das eignet sich gut als Einstieg in ein Meeting, als kurze Reflexionsrunde oder als Warm-up vor einem längeren Workshop.
Was ich dabei immer wieder beobachte: Selbst diese kurze Einheit verändert die Qualität der anschließenden Diskussion. Wenn Menschen erst bauen, bevor sie reden, kommen einfach andere Gedanken auf den Tisch.
Kurze Session: 1 bis 2 Stunden
Wenn du LEGO® SERIOUS PLAY® zum ersten Mal mit einer Gruppe einsetzt, solltest du mindestens 1 bis 2 Stunden einplanen. Diese Zeit brauchst du allein schon für das Skillsbuilding, also die Einführung in die Methode und erste Übungsmodelle sowie ersten kleineren Modelle.
In diesem Zeitrahmen arbeitest du ausschließlich mit Individualmodellen. Jede Person baut ihr eigenes Modell zu einer Frage und teilt es mit der Gruppe. Das reicht für erste Einblicke, kurze Reflexionen oder einen methodischen Einstieg.
Geeignete Anlässe: kurze Teambesprechungen mit Methodeneinstieg, Coachingformate, erste Erfahrungen mit LEGO® SERIOUS PLAY® im Unternehmenskontext.
Halbtagesworkshop: 3 bis 4 Stunden
Mit 3 bis 4 Stunden hast du genug Raum, um tiefer zu gehen. Du kannst das Skillsbuilding sauber durchführen, komplexere Fragen bearbeiten und erste Shared Models entstehen lassen.
Shared Models entstehen, wenn mehrere Personen ihre Individualmodelle zu einem gemeinsamen Modell verbinden und dabei verhandeln, was bleibt, was verändert wird und was neu dazukommt. Das ist oft der Moment, in dem Teams merken, wie unterschiedlich ihre Bilder von einem Thema sind, und wie viel Potenzial in dieser Unterschiedlichkeit steckt.
Aus meiner Erfahrung heraus eignen sich Halbtagesformate besonders gut für Teamretrospektiven, Visionsarbeit oder Workshops zu klar umrissenen Fragestellungen, bei denen wenig Diskussionsbedarf über das Format selbst besteht.
Tagesworkshop: 6 bis 8 Stunden
Ein ganztägiger Workshop gibt dir den Raum, den komplexe Themen wirklich brauchen. Du kannst mehrere Iterationen durchlaufen, tiefer in die Reflexion gehen und erste Systemmodelle entstehen lassen.
Systemmodelle bilden Zusammenhänge ab: Wer beeinflusst wen? Was hängt wovon ab? Welche Kräfte wirken auf unser Thema ein? Diese Modelle machen sichtbar, was in klassischen Meetings oft unsichtbar bleibt, weil es zu komplex ist, um es in Worte zu fassen.
6 bis 8 Stunden sind sinnvoll für Strategieentwicklung, umfassende Geschäftsanalysen, Teamworkshops mit mehreren Themenfeldern oder Formate, in denen sowohl Analyse als auch Entscheidung stattfinden sollen.
Doch genau hier entscheidet sich, ob ein Workshop wirklich wirkt: nicht die Länge allein, sondern die Qualität der Fragen, die Moderation und der Transfer in den Alltag am Ende des Tages.
Mehrtägiger Workshop: ab 2 Tagen
Wenn es um tiefgreifende strategische Prozesse, umfassende Teamentwicklung oder komplexe Veränderungsprozesse geht, empfehle ich mindestens zwei Tage einzuplanen.
In mehrtägigen Formaten hast du die Möglichkeit, Systemmodelle in mehreren Iterationen zu entwickeln, zu verfeinern und gemeinsam zu interpretieren. Der Reflexionsteil bekommt den Raum, den er verdient. Und das Team kann über Nacht schlafen, bevor es am nächsten Tag weiterdenkt. Das klingt banal, macht aber einen echten Unterschied.
Ich erinnere mich an einen mehrtägigen Strategieworkshop mit einem Führungsteam, das sich seit Monaten im Kreis gedreht hatte. Am Ende des ersten Tages hatten sie zum ersten Mal ein gemeinsames Bild davon, wo sie stehen. Am zweiten Tag haben sie entschieden, wohin sie wollen. Das wäre in einem Halbtagesformat nicht möglich gewesen, nicht weil die Zeit gefehlt hätte, sondern weil die Tiefe gefehlt hätte.
Was wirklich über die Dauer entscheidet
Die Zeitplanung ist immer eine Frage des Ziels. Nicht: Wie viel Zeit haben wir? Sondern: Was soll am Ende des Workshops anders sein als vorher?
Wenn du diese Frage klar beantworten kannst, ergibt sich das passende Format fast von selbst.

"Die Dauer einer LEGO® SERIOUS PLAY® Session richtet sich nicht nach dem Kalender, sondern nach der Tiefe des Themas. Wer zu wenig Zeit einplant, riskiert Oberflächlichkeit statt nachhaltiger Wirkung."
Anna-Elena Stoehr
Häufige Fragen /FAQs: Länge einer LEGO® SERIOUS PALY® Session
Für Gruppen ohne Vorerfahrung solltest du mindestens 1 bis 2 Stunden einplanen. Diese Zeit wird für das Skillsbuilding, also die Einführung in die Methode und erste Übungsmodelle, benötigt. Kürzere Formate funktionieren nur, wenn die Gruppe die Methode bereits kennt.
Ja, aber nur unter einer Bedingung: Die Teilnehmenden kennen die Methode bereits. Dann eignet sich eine Blitzrunde von 5 bis 10 Minuten als gezielter Impuls. Für Gruppen ohne Vorerfahrung ist das nicht empfehlenswert, weil das Skillsbuilding fehlt und die Methode dann nicht ihre volle Wirkung entfalten kann.
Individualmodelle baut jede Person für sich, um die eigene Perspektive sichtbar zu machen. Shared Models entstehen, wenn mehrere Personen ihre Modelle zu einem gemeinsamen verbinden und dabei verhandeln. Systemmodelle bilden komplexe Zusammenhänge und Wechselwirkungen ab. Je komplexer das Modell, desto mehr Zeit braucht der Prozess.
Mehrtägige Formate eignen sich besonders für tiefgreifende Strategieprozesse, umfassende Teamentwicklung, komplexe Veränderungsprozesse und Situationen, in denen sowohl Analyse als auch Entscheidung und Planung stattfinden sollen.
LEGO® SERIOUS PLAY® ist eine flexible Methode. Ausgebildete Facilitator passen die Struktur immer an die Bedürfnisse der Gruppe und das Ziel des Workshops an. Entscheidend ist eine sorgfältige Planung im Vorfeld, klare Zielsetzungen und eine erfahrene Moderation.
Du möchtest LEGO® SERIOUS PLAY® in deinem Unternehmen einsetzen?
Ob kurzer Impuls im Team oder mehrtägiger Strategieprozess: Ich begleite Unternehmen, Führungskräfte und Teams dabei, das richtige Format für ihr Anliegen zu finden und es wirksam umzusetzen.
Wenn du wissen möchtest, welches Format zu eurer Situation passt, schreib mir gern. Wir schauen gemeinsam, was sinnvoll ist.
Let's build success – Stein für Stein.

