Wie LEGO® SERIOUS PLAY® als Führungsinstrument Gespräche wirksam macht

Wenn Führung zu steuern beginnt

Es gibt Gespräche, die formal ganz harmlos aussehen. Ein Mitarbeitergespräch steht im Kalender. Eine Führungskraft hat Fragen im Kopf. Die Organisation hat Erwartungen an das Ergebnis. Und genau dort beginnt das Risiko.

Wenn ein Gespräch eine gewünschte Richtung bekommen soll, entsteht oft scheinbare Klarheit. In Wirklichkeit entsteht Anpassung. Menschen sagen das, was erwartet wird. Und das eigentliche Thema bleibt im Raum.

Diese Case Study zeigt eine andere Entscheidung.

Eine Teamleitung hat sich in einer anspruchsvollen Gesprächssituation bewusst dagegen entschieden, Inhalte vorzugeben. Stattdessen hat sie LEGO® SERIOUS PLAY® als Führungsinstrument genutzt, um einen Denk- und Entscheidungsraum zu schaffen, in dem Erkenntnis und Eigenverantwortung entstehen konnten.


Ausgangssituation: Ein Gespräch, viele Erwartungen

Eine ehemalige Teilnehmerin meiner LEGO® SERIOUS PLAY® Session erzählte mir von einer Situation aus ihrem Führungsalltag. Ein Mitarbeitergespräch stand an. Formal ein Termin. Inhaltlich eine klassische Führungsfrage: Wo steht die Mitarbeiterin aktuell. Was braucht sie, um ihre Aufgabe gut ausführen zu können. Und wie kann Führung dabei sinnvoll unterstützen.

Die Unternehmensleitung hatte klare Erwartungen an den Verlauf des Gesprächs. So klar, dass der Mitarbeiterin bestimmte Einsichten und Aussagen nahegelegt werden sollten. Das Gespräch sollte eine gewünschte Richtung bekommen. 

Die Intention dahinter war nachvollziehbar: Klarheit schaffen, Risiken minimieren, Eskalationen vermeiden. Die Teamleitung traf trotzdem eine bewusste Entscheidung. Nicht aus Widerstand. Nicht aus Unsicherheit. Sondern aus Erfahrung.

Die Entscheidung der Führungskraft: Kein Vorgeben, sondern Denkraum ermöglichen

Statt Inhalte vorzugeben, schlug die Teamleitung vor, das Thema mit LEGO® SERIOUS PLAY® zu bearbeiten. Nicht als Kreativmethode. Sondern als strukturierter Prozess für eine komplexe Gesprächssituation.

Denn echte Veränderung entsteht selten dadurch, dass Menschen fremde Worte übernehmen. Veränderung entsteht, wenn Zusammenhänge eigenständig erkannt werden.

Ziel war deshalb nicht, die Mitarbeiterin zu überzeugen. Ziel war, einen Rahmen zu schaffen, in dem sie selbst erkennen, benennen und einordnen konnte, was sie in ihrem Job wirklich bewegt.

Der Prozess: Was sichtbar wird, kann bearbeitet werden

In der Session wurde entlang einer klaren Fragestellung gebaut. Die Modelle machten sichtbar, was zuvor nur diffus im Raum stand:

  • innere Engstellen
  • widersprüchliche Erwartungen
  • unausgesprochene Annahmen

Und plötzlich lag es vor den Beteiligten auf dem Tisch.

Durch diese Sichtbarkeit konnte darüber gesprochen werden, ohne dass das Gespräch in Rechtfertigung oder Verteidigung kippt. Nicht Argumente standen im Mittelpunkt, sondern das Modell.

Die Mitarbeiterin erkannte ihre Engstellen selbst. Sie sprach sie aus. Und entwickelte direkt eigene Lösungsvorschläge.

Das Ergebnis: Veränderung durch Erkenntnis statt Druck

Bereits zum Ende des Tages war eine Veränderung im Verhalten spürbar. Nicht, weil Druck ausgeübt wurde. Nicht, weil Lösungen vorgegeben waren. Sondern weil Erkenntnis entstanden war.

Für die Organisation bedeutete das:

  • weniger Reibung
  • mehr Eigenverantwortung
  • ein Gespräch, das nicht nachgearbeitet werden musste

Verantwortung wurde dorthin zurückgegeben, wo sie wirksam werden konnte: zur handelnden Person.

Warum LEGO® SERIOUS PLAY® hier als Führungsinstrument wirkt

Diese Case Study zeigt sehr deutlich, warum LEGO® SERIOUS PLAY® im Führungskontext mehr ist als eine Methode.

Als Führungsinstrument ermöglicht es:

  • Sichtbarkeit: Gedanken, Spannungen und Annahmen werden greifbar
  • Selbstwirksamkeit: Erkenntnisse entstehen aus dem eigenen Denken
  • Gleichwertigkeit: Das Modell spricht, nicht die Hierarchie
  • Verbindlichkeit: Was sichtbar und ausgesprochen ist, kann entschieden werden
Anna-Elena Stoehr erklärt in einem LEGO® SERIOUS PLAY® Workshop Fürhungsrkäften warum die Methode so gut funktioniert. Sie hält ein übergroßes LEGO® Männchen in der rechten Hand. Zwei Teilnehmende schauen sie sehr interessiert an.

"LEGO® SERIOUS PLAY® wirkt als Führungsinstrument, weil es schwierige Gespräche aus dem Modus „Überzeugen und Steuern“ in einen strukturierten Denkraum übersetzt. 

Denn nur wenn Annahmen, Spannungen und Engstellen als Modelle sichtbar werden, entsteht Eigenverantwortung. Und damit werden Entscheidungen und nächste Schritte tragfähiger."

Anna-Elena Stoehr

Fazit: Führung wirkt, wenn Gespräche den richtigen Rahmen haben

Führung entfaltet ihre größte Wirkung nicht durch vorgegebene Antworten. Sondern durch gut gestaltete Denk- und Entscheidungsräume.

LEGO® SERIOUS PLAY® ist dafür ein wirksames Führungsinstrument. Besonders dort, wo Gespräche feststecken, Verantwortung unklar bleibt und Veränderung nicht durch Druck, sondern durch Erkenntnis entstehen soll.

FAQ: Häufige Fragen zu LEGO® SERIOUS PLAY® als Führungsinstrument

Ist LEGO® SERIOUS PLAY® nicht zu „ungewöhnlich“ für Mitarbeitergespräche?

Nicht, wenn der Rahmen klar ist. Entscheidend ist, dass LEGO® SERIOUS PLAY® als strukturierter Prozess eingeführt wird, nicht als Spiel. Dann entsteht häufig genau die Klarheit, die Gespräche sonst vermeiden.

Wann ist ein LEGO® SERIOUS PLAY® Gesprächsformat besonders sinnvoll?

Wenn viele Erwartungen im Raum stehen, wenn Gespräche wiederholt im Kreis laufen oder wenn du merkst, dass Menschen sich anpassen, statt wirklich hinzusehen und Verantwortung zu übernehmen.

Wie lange dauert so eine Session im Führungskontext?

Das hängt vom Ziel ab. Für erste Klarheit kann ein kompaktes Format reichen. Wenn mehrere Ebenen, Erwartungen und Entscheidungspunkte geklärt werden sollen, braucht es mehr Zeit, damit Reflexion und Transfer wirklich greifen

Braucht es dafür eine externe Moderation?

Bei komplexen Gesprächssituationen ist externe Moderation oft hilfreich, weil sie Prozesssicherheit schafft und Führung aus der Doppelrolle nimmt. Entscheidend ist nicht „extern oder intern“, sondern ein sauberer Prozess.

Schwierige Gespräche brauchen keinen vorgegebenen Ausgang, sondern einen klaren Rahmen

Wenn du schwierige Gespräche nicht „steuern“, sondern wirksam gestalten willst, lass uns kurz über Kontext, Ziel und einen passenden Rahmen sprechen.