20 Minuten Keynote und ein Impuls, der Gespräche in Bewegung brachte
LEGO® SERIOUS PLAY® als interaktives Bühnenformat bei der FuckUp Night München
Manchmal soll ein Format auf einer Bühne gleich mehrere Dinge gleichzeitig leisten. Es soll Menschen aus dem Zuhören ins Mitdenken bringen. Es soll einen Gedanken emotional verankern, ohne schwer zu werden. Und es soll in kurzer Zeit echte Beteiligung ermöglichen, statt nur Applaus zu produzieren. Genau darum geht es in dieser Case Study.
Und was gibt es leichteres als in diesem Setting über das Scheitrn zu sprechen. Denn es gehört zum Leben. Trotzdem sprechen wir erstaunlich selten offen darüber. Schon gar nicht auf Bühnen, in Unternehmen oder vor Menschen, die wir nicht kennen.
Bei der FuckUp Night München war genau das anders. Drei Speaker:innen, erzählten von persönlichen Fehlentscheidungen, Rückschlägen und Plänen, die nicht so aufgegangen waren wie gedacht. Nicht, um das Scheitern im Nachhinein schönzureden. Sondern um zu zeigen, dass ein Fuck-up weder das Ende der Welt noch das Ende der eigenen Geschichte sein muss. Im Gegenteil: Manchmal entsteht genau daraus etwas vollkommen Neues und Großartiges.
Der mittlere Slot des Abends war meiner. Dabei wollte ich nicht nur meine eigene Geschichte erzählen. Ich wollte die rund 70 Menschen im Raum dazu bringen, auch auf ihr persönliches Scheitern zu schauen und zu erkennen, welches Learning vielleicht längst darin verborgen liegt.
Nicht erst irgendwann nach der Veranstaltung. Sondern direkt dort. Gemeinsam. Mitten im Raum. Dafür hatte ich 20 Minuten und eine klare Idee: Die Teilnehmenden sollten nicht nur zuhören, sondern selbst Teil des Abends werden.
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Mein persönlicher Fuck-up: die schwarze Bodenplatte
Mein eigener Beitrag begann mit einer kleinen, schwarzen LEGO®-Bodenplatte. Sie stammt aus einem früheren Workshop und steht für einen Moment, der das Potenzial hatte, mir einen kompletten Workshoptag zu sprengen.
Ein Moment, in dem Widerstand sichtbar wurde. Unübersehbar. Mitten im Raum. Gebaut aus einer schwarzen Platte. Nichte mehr. Kein weiter Stein. Kein weiteres Element. Nur diese Platte.
Aus heutiger Sicht war genau dieser Moment besonders wertvoll. Denn er hat mir gezeigt, dass Widerstand nicht automatisch bedeutet, dass ein Prozess gescheitert ist. Manchmal ist Widerstand die wichtigste Information, die ein Raum uns geben kann. Entscheidend ist, ob wir versuchen, ihn möglichst schnell wegzumoderieren, oder ob wir bereit sind, genauer hinzusehen.
Diese Geschichte war mein persönlicher Fuck-up des Abends. Gleichzeitig bildete sie den Übergang zu der Frage, die ich den Teilnehmenden mitgebracht hatte. Denn ich wollte nicht nur darüber sprechen, dass Scheitern wertvoll sein kann. Ich wollte es erlebbar machen.
Von der persönlichen Geschichte zur gemeinsamen Reflexion
Jede Person im Publikum erhielt ein kleines LEGO®-Set. Dann stellte ich die Aufgabe: Baue deinen größten Fuck-up und das wichtigste Learning, das du daraus mitgenommen hast. Die Frage war bewusst klar und direkt. Voll auf die 9.
In einem Workshop würde ich mehr Zeit für Skills Building, Vertiefung und Austausch einplanen. Auf einer Bühne mit 70 Menschen und einem Zeitfenster von maximal 20 Minuten braucht es jedoch eine andere Dramaturgie.
Die Fragestellung muss sofort verständlich sein. Der Prozess muss sicher geführt werden. Und die Aufgabe muss offen genug sein, damit jede Person einen eigenen Zugang findet.
Was anschließend im Raum passierte, ist einer der Gründe, warum ich LEGO® SERIOUS PLAY® so gerne auch in Impulsformaten einsetze. Es wurde still. Man hörte nur noch das Klicken der Steine. Aus einem Publikum wurden 70 Menschen, die über ihre eigene Geschichte nachdachten.
Nicht abstrakt. Nicht theoretisch. Sondern mit den Händen.

Foto: Sabine Schulte
Ein Raum voller persönlicher Geschichten
Jedes Modell erzählte eine andere Geschichte. Manche standen für berufliche Entscheidungen. Andere für persönliche Umwege, gescheiterte Projekte oder Situationen, die rückblickend eine völlig neue Richtung eröffnet hatten.
Im Anschluss konnten einzelne Teilnehmende ihre Modelle freiwillig vorstellen. Ein besonders eindrücklicher Moment entstand, als ein ehemaliger Assistent des Vorstands der Allianz seine Geschichte teilte.
Sein persönliches Scheitern war gleichzeitig der Ausgangspunkt für seine spätere, sehr erfolgreiche Selbstständigkeit als Berater. Kein großer Erfolgsmonolog. Keine glatt polierte Heldengeschichte. Nur ein Modell, ein ehrlicher Moment und die Erkenntnis, dass ein vermeintliches Ende manchmal erst im Rückblick als Anfang erkennbar wird.
Genau diese Geschichten geben anderen Menschen die Erlaubnis, auch auf ihre eigenen Rückschläge anders zu schauen.
Beteiligung statt Popcornmodus
Viele Keynotes funktionieren nach einem vertrauten Prinzip: Eine Person spricht. Der Rest des Raumes hört zu. Vielleicht wird gelacht. Vielleicht genickt. Am Ende gibt es Applaus.
Das kann inspirierend sein. Die entscheidende Frage lautet jedoch: Was passiert anschließend? Was bleibt von einem Gedanken, wenn das nächste Gespräch beginnt, die nächste Person auf die Bühne kommt oder der Arbeitsalltag wieder übernimmt?
Bei meinem LEGO® SERIOUS PLAY® Impuls war die Dynamik eine andere. Die Teilnehmenden hatten nicht nur etwas gehört. Sie hatten eine eigene Erfahrung gemacht.
Sie hatten:
- über einen persönlichen Fuck-up nachgedacht
- ein Learning daraus sichtbar gemacht
- ihrer Geschichte eine konkrete Form gegeben
- erlebt, dass auch andere Menschen Rückschläge kennen
- einen eigenen Gedanken mit in den weiteren Abend genommen
Das Publikum blieb nicht im Popcornmodus. Jede Person wurde für einige Minuten zum aktiven Teil des Abends.
Warum die Gespräche in der Pause anders waren
Die Wirkung endete nicht mit meinem Slot. Viele Teilnehmende nahmen ihre Modelle mit in die anschließende Pause.
Damit hatten sie etwas in der Hand, über das sie sprechen konnten. Keinen vorbereiteten Networking-Satz. Keine klassische Frage nach Position, Unternehmen oder Verantwortungsbereich. Sondern ein Modell mit einer persönlichen Bedeutung.
„Was hast du gebaut?“ Diese einfache Frage reichte aus, um Gespräche zu eröffnen, die ohne den gemeinsamen Impuls vermutlich nicht entstanden wären.
Auch Menschen, die sich vorher nicht kannten oder mit unterschiedlichen Gruppen gekommen waren, fanden schnell einen Zugang zueinander. Das Modell wurde zu einem gemeinsamen Dritten. Es nahm den Druck aus dem Gespräch und gab gleichzeitig genug Tiefe, um den üblichen Smalltalk zu verlassen.
Gerade für Konferenzen, Netzwerkveranstaltungen und interne Events ist das ein wichtiger Effekt. Denn der eigentliche Wert einer Veranstaltung entsteht häufig nicht nur auf der Bühne.
Er entsteht in den Gesprächen dazwischen.

Foto: Sabine Schulte
Was bleibt, wenn der Applaus vorbei ist?
Mich interessiert bei einem Bühnenformat nicht nur, ob Menschen aufmerksam zuhören oder am Ende applaudieren.
Mich interessiert, ob etwas hängen bleibt. Ob ein Gedanke später wieder auftaucht. Ob sich ein Gespräch verändert. Oder ob eine Person in einer schwierigen Situation denkt: Vielleicht ist das hier nicht das Ende. Vielleicht ist es nur ein Moment, den ich noch nicht vollständig verstanden habe.
Die Teilnehmende nahmen nicht nur ihr Modell, sondern auch die nicht verwendeten LEGO®-Steine mit nach Hause. Nicht als beliebiges Give-away. Sondern als haptischen Anker. Ein kleiner Gegenstand kann einen Gedanken wieder aktivieren, wenn der Alltag längst weitergezogen ist.
Genau darin liegt eine besondere Stärke dieses Formats: Die Erfahrung bleibt nicht ausschließlich im Kopf. Sie ist mit einem Modell, einer Bewegung und einem persönlichen Moment verbunden.
Warum LEGO® SERIOUS PLAY® auf der Bühne funktioniert
LEGO® SERIOUS PLAY® wirkt nicht allein deshalb, weil Menschen mit LEGO®-Steinen bauen. Die Wirkung entsteht durch das Zusammenspiel aus:
- einer präzisen Fragestellung
- einem klar moderierten Prozess
- dem Denken mit den Händen
- der Übersetzung abstrakter Gedanken in sichtbare Modelle
- der Möglichkeit, unterschiedliche Perspektiven nebeneinanderzustellen
- einer gezielten Reflexion
Die Steine sind dabei kein Selbstzweck. Sie helfen Menschen, Gedanken auszudrücken, für die ihnen spontan vielleicht die Worte fehlen.
Auf der Bühne kommt ein weiterer Faktor hinzu: die gemeinsame Aufmerksamkeit. 70 Menschen beschäftigen sich zur selben Zeit mit derselben Frage und finden trotzdem 70 individuelle Antworten.
Das schafft Verbindung, ohne Unterschiedlichkeit aufzulösen.
Interaktiv ist nicht automatisch beteiligend
Viele Eventformate werden heute als interaktiv bezeichnet. Das Publikum stimmt per App ab. Menschen heben die Hand. Eine Person beantwortet eine Frage aus dem Plenum.
Das kann sinnvoll sein. Es bedeutet jedoch noch nicht automatisch, dass echte Beteiligung entsteht. Beteiligung beginnt dort, wo Menschen nicht nur auf etwas reagieren, sondern ihre eigene Perspektive einbringen.
Bei einem LEGO® SERIOUS PLAY® Impuls wird jede Person aufgefordert, selbst zu denken, eine Entscheidung zu treffen und diese sichtbar zu machen. Niemand muss die vermeintlich richtige Antwort erraten. Es geht um die eigene Sichtweise.
Genau das macht das Format auch für heterogene Gruppen interessant. Unterschiedliche Rollen, Erfahrungen und Hierarchieebenen können mit derselben Frage arbeiten, ohne dass alle zum gleichen Ergebnis kommen müssen.

Foto: Sabine Schulte
Für welche Veranstaltungen eignet sich ein LEGO® SERIOUS PLAY® Impuls?
Ein kompakter Bühnenimpuls eignet sich besonders für Veranstaltungen, bei denen Menschen nicht ausschließlich informiert, sondern gedanklich und emotional beteiligt werden sollen.
Zum Beispiel für:
- Konferenzen und Fachtagungen
- Führungskräfteveranstaltungen
- interne Unternehmensveranstaltungen
- Change- und Transformationsformate
- Netzwerkveranstaltungen
- Community-Events
- Kick-offs
- Barcamps
- Messen
- Strategietage
- Lern- und Entwicklungsformate
Dabei muss es selbstverständlich nicht immer um Scheitern gehen. Die Methode kann unter anderem eingesetzt werden, um:
- ein gemeinsames Zukunftsbild anzustoßen
- unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen
- Veränderungsbereitschaft zu reflektieren
- Erwartungen an Zusammenarbeit zu klären
- persönliche Learnings zu sichern
- einen inhaltlichen Übergang zu gestalten
- Gespräche zwischen Teilnehmenden zu eröffnen
Entscheidend ist nicht, möglichst viel Methode in möglichst wenig Zeit zu pressen. Entscheidend ist, eine Fragestellung zu finden, die zum Ziel der Veranstaltung, zum Publikum und zur Dramaturgie des Tages passt.
Kein verkürzter Workshop, sondern ein eigenes Format
Ein LEGO® SERIOUS PLAY® Bühnenimpuls ist kein vollständiger Workshop im Schnellverfahren. Und er sollte auch nicht versuchen, einer zu sein.
In 20 Minuten lassen sich keine komplexen Strategien entwickeln, Konflikte lösen oder verbindliche Maßnahmenpläne erarbeiten.
Was in dieser Zeit sehr wohl möglich ist: Ein Gedanke kann persönlich relevant werden. Menschen können ihre eigene Perspektive entdecken. Ein Thema kann emotional verankert werden. Und ein Raum kann die Erfahrung machen, dass Beteiligung auch mit vielen Menschen möglich ist.
Dafür braucht es eine klare Konzeption, eine präzise Moderation und eine realistische Vorstellung davon, was das Format leisten soll.

Foto: Sabine Schulte
Fazit: Scheitern ist nicht das Ende der Geschichte
Die drei persönlichen Geschichten dieses Abends hatten unterschiedliche Ausgangspunkte. Zwei Frauen und ein Mann erzählten von Situationen, in denen etwas nicht funktioniert hatte.
Von Umwegen. Von Fehlentscheidungen. Von Momenten, die zunächst wie ein Ende wirkten.
Gerade diese Unterschiedlichkeit machte die gemeinsame Botschaft so glaubwürdig: Scheitern ist menschlich. Scheitern kann wehtun. Scheitern kann uns zwingen, Pläne zu verändern. Aber Scheitern nimmt uns nicht automatisch die Möglichkeit, weiterzugehen.
Manchmal zeigt sich erst später, dass genau dieser Moment der Ausgangspunkt für etwas Neues war.
Mein LEGO® SERIOUS PLAY® Impuls in der Mitte des Abends hat diese Botschaft nicht nur ergänzt. Er hat sie in den gesamten Raum getragen. Denn plötzlich ging es nicht mehr nur um die Geschichten der drei Menschen auf der Bühne.
Es ging um 70 persönliche Geschichten. 70 Modelle. 70 Erfahrungen.
Und um die Erkenntnis, dass wir vermutlich alle schon einmal gescheitert sind, ohne selbst daran zu scheitern.

Ich war gespannt, ob ein LEGO® SERIOUS PLAY® Impuls auf der Bühne wirklich funktioniert. Vor allem in so kurzer Zeit.
Was dann passiert ist, hat den Raum spürbar verändert. Es wurde still, konzentriert gebaut und noch ruhiger als einige Teilnehmenden ihren persönlichen FuckUp freiwillig päsentierten.
Viele Teilnehmende haben danach gesagt, dass sie ihr eigenes Scheitern plötzlich aus einer neuen Perspektive sehen konnten. Und genau darüber wurde auch in der Pause noch gesprochen.
Der Mut, LEGO® SERIOUS PLAY® auf die Bühne zu bringen, hat sich mehr als gelohnt. Ich würde diesen Impuls jederzeit wieder so einsetzen.
Patricia Sparacio,
Head of Sales Finanzen, VNR Group
Michaela Furthuber
Patricia Sparacio,
Head of Sales Finanzen, VNR Group
Veanstallterin FuckUp Night Munich
FAQ: Häufige Fragen zur LEGO® SERIOUS PLAY® Keynote
Eine LEGO® SERIOUS PLAY® Keynote oder ein Bühnenimpuls ist ein kompaktes Format, das einen Gedanken erlebbar macht und die Teilnehmenden aktiv einbezieht.
Ein Workshop geht deutlich tiefer. Dort stehen konkrete Ergebnisse, gemeinsame Entscheidungen, Vereinbarungen und der Transfer in die Team- oder Organisationsarbeit im Mittelpunkt.
Ja, wenn Ziel, Fragestellung und Ablauf präzise aufeinander abgestimmt sind.
In 20 Minuten geht es nicht um umfassende Strategie- oder Teamentwicklung. Es geht um einen fokussierten Impuls, der Reflexion ermöglicht, Beteiligung erzeugt und einen Gedanken nachhaltig verankert.
Das hängt vom Ziel des Formats ab. Die größte Wirkung entsteht in der Regel, wenn jede Person selbst aktiv werden kann. Dadurch bleibt Beteiligung nicht auf einzelne Freiwillige beschränkt.
Bei sehr großen Gruppen sind jedoch auch angepasste Formate in Kleinteams oder ausgewählten Sequenzen möglich.
Das Format eignet sich unter anderem für Konferenzen, interne Unternehmensveranstaltungen, Führungskräftetage, Netzwerkformate, Kick-offs, Change-Veranstaltungen und Community-Events.
Besonders sinnvoll ist es, wenn ein Thema nicht nur gehört, sondern persönlich reflektiert und anschließend weitergetragen werden soll.
Je nach Fragestellung benötigt jede Person oder jedes kleine Team ein passendes Set an LEGO®-Steinen.
Ich entwickle das Materialkonzept passend zum Format und berücksichtige dabei unter anderem Gruppengröße, Zeitfenster, Raum, Logistik und die Frage, ob die Teilnehmenden ihr Material anschließend behalten sollen.
Typischerweise nehmen sie eine neue Perspektive auf ein Thema, ein persönliches Learning und ein sichtbares Modell ihrer Gedanken mit.
Darüber hinaus entstehen häufig Gespräche zwischen Menschen, die ohne den gemeinsamen Bauimpuls nicht oder deutlich oberflächlicher miteinander ins Gespräch gekommen wären.
LEGO® SERIOUS PLAY® als Impuls für eure Veranstaltung
Du planst eine Unternehmensveranstaltung, eine Konferenz oder einen Führungskräftetag und suchst nach einem Format, das Menschen nicht nur kurzfristig aktiviert?
Dann lass uns darüber sprechen, was bei euren Teilnehmenden tatsächlich in Bewegung kommen soll.
Ich entwickle LEGO® SERIOUS PLAY® Impulse passend zu eurem Thema, eurem Zeitrahmen und der Dramaturgie der Veranstaltung. Von der Fragestellung über die Moderation bis zur Material- und Ablaufplanung.

Impulscall für tragfähige nächste Schritte.
